Mit großen Hoffnungen waren die Leichtathleten des TSV Amicitia Viernheim zu den Deutschen U20-/U16-Meisterschaften nach Bochum-Wattenscheid gereist. Am Ende stand jedoch ein Wochenende, das von Verletzungspech und unglücklichen Wettkampfverläufen geprägt war.
Muskelverletzung zerstört WM-Hoffnungen
Besonders bitter verlief das Meisterschaftswochenende für Sprinter Tyrese Steward. Aufgrund einer Muskelverletzung musste der Viernheimer kurzfristig auf seine Starts über 100 und 200 Meter verzichten. Dabei ging es bei den Deutschen Meisterschaften nicht nur um nationale Titel, sondern zugleich um die entscheidende Empfehlung für die Nominierung zur U20-Weltmeisterschaft in Eugene (USA).
Gemeinsam mit seinem Trainer Günter Schramm war Steward dennoch nach Bochum gereist, um mit den Bundestrainern sowie dem medizinischen Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) die letzten Möglichkeiten für einen Start auszuloten. Letztlich ließ die Verletzung jedoch keinen Wettkampf zu.
Deutscher U20-Rekord wird gebrochen
Im Finale über 100 Meter der männlichen U20 demonstrierten die beiden Erstplatzierten eindrucksvoll ihre Ausnahmestellung im deutschen Jugendsprint. Jakob Kemminer (LAC Quelle Fürth) gewann in deutscher Jugendrekordzeit von 10,14 Sekunden vor Lennox Schmidt (SCC Berlin), der nach 10,25 Sekunden das Ziel erreichte. Aus Viernheimer Sicht besonders schmerzlich: Alvin Mawumba (TV Wattenscheid 01) belegte mit starken 10,34 Sekunden Rang drei und zog damit im symbolischen Rennen um die begehrten WM-Plätze an Tyrese Steward vorbei.
Für Steward gab es von allen Seiten zahlreiche Genesungswünsche. Hoffnung macht jedoch, dass der Viernheimer dem jüngeren U20-Jahrgang angehört und somit im kommenden Jahr erneut in derselben Altersklasse antreten und einen neuen Anlauf auf internationale Meisterschaften nehmen kann.
Nina Stöhr mit „Salto nullo“
Auch Hochspringerin Nina Stöhr erlebte im Lohrheidestadion einen Wettkampf, der nicht den erhofften Verlauf nahm. Bereits eine Woche zuvor hatte sie an gleicher Stelle bei den Deutschen U23-Meisterschaften wertvolle Erfahrungen gesammelt und dabei ihre gute Form unter Beweis gestellt. Gemeinsam mit ihrer Mutter sowie ihrem Trainer Marco Wühler bestens vorbereitet, sollte der Angriff auf eine Spitzenplatzierung folgen.
Das Einspringen verlief vielversprechend. Souverän überquerte Stöhr Höhen von 1,55 und 1,60 Metern und bestätigte damit ihre gute Verfassung. Doch mit Beginn des eigentlichen Wettkampfes lief nichts mehr nach Plan. An ihrer Einstiegshöhe scheiterte sie dreimal und musste den unter Hochspringern gefürchteten „Salto nullo“ hinnehmen. Damit war der Wettkampf beendet, noch bevor er richtig begonnen hatte.
Nun gilt es für Nina Stöhr sowie ihre Trainer Marco Wühler und Nico Honsowitz, den Wettkampf aufzuarbeiten, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und mit neuem Selbstvertrauen in die kommenden Aufgaben zu gehen. Auch wenn das DM-Wochenende nicht die erhofften Erfolge brachte, richten die Viernheimer Leichtathleten den Blick bereits wieder nach vorne.

Erfreulich war an den beiden Meisterschaftswochenenden in Bochum die starke Präsenz des TSV Amicitia Viernheim nicht nur auf der Tartanbahn, sondern auch hinter den Kulissen. Ohne den Einsatz zahlreicher Kampfrichter und freiwilliger Helfer wären Veranstaltungen dieser Größenordnung nicht durchführbar. Bereits bei den Deutschen U23-Meisterschaften waren Alfred Schmidt als Kampfrichter und Jannis Schmidt als Volunteer im Einsatz. Am vergangenen Wochenende begrüßte Roland Münchenbach als Kampfrichter die Athletinnen und Athleten am Stadioneingang und leistete ebenfalls einen wichtigen Beitrag zum reibungslosen Ablauf der Titelkämpfe. Der Verein bedankt sich herzlich bei allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie bei den mitgereisten Eltern, Familien und Freunden für ihre wertvolle Unterstützung.

Elias Maurer wieder auf dem aufsteigenden Ast
Abseits der Jugendmeisterschaften hatte Elias Maurer (Jahrgang 2004) bereits am Freitag bei der Sprintveranstaltung „PUMA Fast Arms, Fast Legs“ in Wetzlar ein erfreuliches Ausrufezeichen gesetzt. Über 100 Meter lief der Viernheimer 10,92 Sekunden und zeigte damit, dass er nach seinen Achillessehnenbeschwerden wieder auf dem Weg zu seiner alten Leistungsstärke ist.
